Güssinger Mineralwasser im Zeitraffer
Sulz im südlichen Burgenland zählt zu den ältesten Heilquell-Vorkommen Österreichs.
Historische Funde wie etwa römische Geldstücke oder eine Steinplatte mit der Aufschrift “Caesar Augustus” sind Zeugen dafür, dass die mit natürlicher Kohlensäure sprudelnde Quelle bereits in der Zeit um Christi Geburt als Trinkbrunnen verwendet wurde.
Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Sulz im Jahr 1388 lautete auf den Namen “kwasfalva”, was übersetzt nichts anderes als „Dorf der Trinkgefäße“ bedeutet.
1469 findet man Sulz unter dem Namen „Sóskút“ wieder, was übersetzt „Salzbrunn“ bedeutet.

Als die Witwe des Grafen Festetits 1815 ein Badehaus auf ihrem Sulzer Gut errichten wollte, entdeckte man den Mineralbrunnen wieder. Die Freilegung des Brunnens mit seiner kostbaren Quelle und die Errichtung einer noblen Badeanstalt, des Kastells von Güssing, waren der Anfang der wirtschaftlichen Nutzung des heutigen Mineralwassers.
Knapp 100 Jahre später, im Jahre 1905, wurden die Heilquellen erneut analysiert und die Grundsteine für den heutigen Abfüllbetrieb gelegt. Zur selben Zeit wurde der Name ‚Vitaquelle’ für den Versand von Mineralwasser verwendet.
Der Kurbetrieb wurde nach dem ersten Weltkrieg eingestellt. Am 01. Jänner 1917 wurde die VITA Mineralwasserquellen AG gegründet.
1956 wurde der Grundstein für den heutigen Mineralwasserbetrieb gelegt und mit dem Versandbetrieb unter dem Namen Güssinger Vitaquellen-Mineralwasser begonnen.
In der Zeit von 1905 bis 1968 erfolgte die Produktion, Abfüllung und die Auslieferung an Kunden im heutigen Verwaltungsgebäude.
1968 Neubau der Lager- und Füllhallen
1975 wurde zum ersten Mal Severin-Mineralwasser abgefüllt.
1976 Inbetriebnahme der 2. Füllanlage
Die 70iger stellten für die Firma Güssinger Mineralwasser AG ein Jahrzehnt der Neuerungen und Rationalisierungen dar. Anfangs des Jahrzehnts wurde der Betrieb von der Schwechater Brauerei übernommen. Ein weiterer Besitzwechsel sollte sich im Jahr 1978 vollziehen, als die Brauerei Schwechat AG in die Österreichische Brau AG eingegliedert wurde.
Die Leistungen des Unternehmens wurden mit einem Staatspreis (1977 für vorbildliche Verpackung) und mit dem Austria Qualitätskennzeichen (1979) sowie im Jahr 1991 mit dem österreichischen Staatswappen anerkannt.
1996 ISO 9001 Zertifizierung – das bedeutet, dass die betrieblichen Prozesse und Abläufe systematisch untersucht und geregelt werden, um dadurch die Qualitätsrisiken zu minimieren und eine gleich bleibende Qualität zu sichern.

Im Jahr 2002 wurde die "Güssinger Mineralwasser GesmbH" als Tochtergesellschaft der "Österreichischen Brau-Beteiligungs-AG" schließlich an die "Aqua Montana Getränke Import GmbH", einem deutsch-italienischen Mineralwasser-Vertriebsunternehmen, veräußert.
Zwei Jahre nach der Übernahme durch "Aqua Montana" steckte Güssinger Mineralwasser dennoch in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und musste trotz voller Auftragsbücher aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten Anfang des Jahres 2004 Konkurs anmelden.
Als neuer Eigentümer trat im November 2004 "Abdel Hadi Abdullah Al-Qahtani & Sons Co.", ein saudi-arabischer Mischkonzern, in Erscheinung.
Das Sulzer Unternehmen firmiert nun unter der Bezeichnung "Güssinger Beverages & Mineralwater GmbH" und konnte binnen kurzer Zeit erste Erfolge in den neuen und auch künftigen EU-Ländern verzeichnen.
